Ein hervorragendes Ärgernis

Es ist schon ärgerlich, wenn man einen Blog beginnt, 100 Ideen hat, was man schreiben könnte und es nur irgendwie nicht schafft, seine Ideen zu strukturieren und zu Papier zu bringen. Und dann kommt jemand anderes daher, und hält mit fast genau den Formulierungen, die man im Kopf hatte, eine vielbeachtete Rede. Mist! Oder auch nicht.

Es geht um die die Reden von Christian Lindner zum außerodentlichen Bundesparteitag der FDP. Da war genau das drin, worüber ich hier eigentlich schreiben wollte: Dass liberal heisst, den Menschen sich selbst sein zu lassen und seine eigene Kreativität zu nutzen. Dass eine Politik, die von den „kleinen Leuten“ spricht, diesen schon in der Formulierung die Selbstbestimmung absprich und sie daher entmündigt. Dass es auf soziale Fragen eben auch andere Antworten als sozialdemokratische geben kann. Er hat sogar das Kennedy-Zitat „Freiheit ist unteilbar“ aufgenommen, über das ich dann halt jetzt im nächsten Artikel schreiben werde.

Ich bin als Lindner-Skeptiker nach Berlin gefahren. Zurück komme ich, nein, nicht als Fan. Es muss viel passieren, bis ich Fan eines Politikers werde. Aber ich bewundere ihn. Dafür, dass er den Mut hat, die Selbstverständlichkeit auszusprechen, dass liberal eben nicht in der Mitte zwischen „Rechts“ und „Links“ steht, sondern eine eigenständige politische Idee ist. Dafür, dass er auch abstraktere liberale Ideen anzusprechen wagt. Und schließlich und vor allem dafür, dass er das auch griffig formulieren kann.

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