Verblüffungsresistenz

Dieses schöne Wort hat Jan Fleischhauer mal verwendet, als er sich über die Aufregung wunderte, mit der „die Linken“ auf alles mögliche reagieren: Er wünschte den Linken mehr davon.

Das würde ich gerne den Journalisten wünschen. Denn ist es wirklich so überraschend, dass Jeff Bezos die Washington Post kauft? Gleiches gilt für die Debatte um die Zukunft der Zeitung. Zwar gibt es immer mehr Journalisten, die zurecht daran erinnern, dass die vielbeschworene „Bedrohung“ der gedruckten Tageszeitung durch Internet und Apps vor allem in den Köpfen ihrer Kollegen bestehen. Nur sagen auch die, bei aller sprachlichen Brillanz ihrer Artikel auch nichts neues. Douglas Adams hat, sprachlich übrigens mindestens genauso schön, das gleiche schon Ende der 90er geschrieben:

  • Zum Problem der Zeitungen im Besonderen:

    The thing we leave out of the model is, essentially, just a lot of dead wood.

  • Zum Informationsaustausch im Internet im Allgemeinen

    Of course you can’t ‘trust’ what people tell you on the web anymore than you can ‘trust’ what people tell you on megaphones, postcards or in restaurants. Working out the social politics of who you can trust and why is, quite literally, what a very large part of our brain has evolved to do. For some batty reason we turn off this natural scepticism when we see things in any medium which require a lot of work or resources to work in, or in which we can’t easily answer back – like newspapers, television or granite. Hence ‘carved in stone.’ What should concern us is not that we can’t take what we read on the internet on trust – of course you can’t, it’s just people talking – but that we ever got into the dangerous habit of believing what we read in the newspapers or saw on the TV – a mistake that no one who has met an actual journalist would ever make.

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